
Die Weberin

Hüterin der Schwelle, Weberin der Tiefe -
gewunden ist der Weg hinab gesäumt mit Bildern und Spiegeln...
nicht einfach zu finden, der Pfad zu dir,
zu deiner steinernen Höhle -
ein Heim für die Suchenden, dunkel und warm,
doch blendend und kalt für die Blinden.
Alle Zeit ist Dein,
während deine alten Hände weben,
Stoffe, zart wie Spinnenseide aus sanft schimmerndem Mondlicht,
als hättest du es stetig gesammelt im Wasser zu deinen Füssen.
Faden um Faden entrinnt deinen Fingern,
Teppiche aus Stille und Geborgenheit breiten sich aus,
wartend auf die, die bereit sind,
deine Gaben in Empfang zu nehmen.
Deine Stimme klingt hölzern, wie lang nicht gebraucht,
ein Wispern in kahlen Bäumen...
Keine Frage ist dir fremd,
keine Antwort unbekannt,
denn du hast alles erlebt,
wieder und wieder ein jeder Faden
ein Schicksal
ein Leben
ist Dein.
(c) Mara
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