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Janine Krock: Wege in die Dunkelheit
  
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Janine Krock: Wege in die Dunkelheit. Ein Vampirroman
Buch Paperback 263 Seiten 12x18cm 

"Sie wollen alle aussehen wie Vampire", sagt Nik über die noch junge Gothic-Szene, der er angehört. Und merkt dabei nicht, dass die seltsam grünen Augen, die ihn auf einem Konzert fixieren, ewig sind. Als er begreift, dass die ätherisch schöne Vampirin Shamina nicht nur sein Herz begehrt, ist es längst zu spät.

Seit nahezu 200 Jahren vagabundiert die attraktive französische Vampirin Shamina männermordend durch Zeit und Raum. Zerrissen von den schmerzlichen Gefühlen für ihre verloren geglaubte Jugendliebe und der Loyalität zur ihrem vampirischen Schöpfer kehrt sie nach Jahrzehnten zurückgezogener Existenz in die Welt der Sterblichen zurück.
1982. Shamina erliegt schon bei ihren ersten Gehversuchen in dieser neuen Zeit dem Charme ihres Opfers; verwirrt verschont sie den attraktiven Nik. An seiner Seite taucht die Vampirin in die energiegeladene, faszinierende, junge Gothic-Szene ein, lässt sich betören von den Schwingungen nie gehörter düsterer Musik, begeistert sich für die aufsässig romantische Mode und trifft auf alte Bekannte aus einer anderen Zeit. Im Hintergrund lauert jedoch der Feind. Während die Bedrohung beständig greifbarer wird, lassen die Vampire ihre eigene Vergangenheit Revue passieren. Sie erzählen vom dekadenten Venedig zum Ende des 15. Jh., berichten über Ereignisse im revolutionäre Paris von 1790 und aus dem strengen, viktorianischen England. Auf ewig miteinander verbunden ziehen sie gemeinsam nach London, denn dort wartet jemand, der nur ein Ziel hat: Herrscher aller Vampire zu werden.

Leseprobe:

Erwartungsvolle Freude kroch über ihre Haut und ließ sie rascher atmen. Verwirrt flüsterte sie einen schon lange nicht mehr ausgesprochenen Namen: »Sylvain!« Der junge Mann vor ihr drehte sich noch um und schaute sie fragend an, da stand sie schon so nah vor ihm, dass Ihre Körper sich beinahe berührten. »Hab’ keine Angst«, raunte sie mit vor Verlangen heiser klingender Stimme in sein Ohr, »Ich werde dir nicht weh tun. Du bist viel zu schön.«
Ihr Gesicht in den wirren Haaren des Fremden vergraben, atmete sie tief seinen eigenartig erregenden Duft ein. Er roch nach Sandelholz, Spuren von Tabak und etwas Neuem, Prickelndem, das sie noch nie zuvor gerochen hatte. Zärtlich begann sie den weißen Hals zu küssen – der Mann leistete keinen Widerstand. Drängend bahnten sich tödliche Eckzähne einen schmerzhaften Weg durch ihr Zahnfleisch.
Das Raubtier übernahm die Führung. Es blähte die Nüstern, um den Duft des pulsierenden Blutes seines Opfers lustvoll zu wittern, fauchte mit der kehligen, ungezähmten Stimme eines Panthers auf dem Sprung und grub sich, die Beute fest umklammert, mit seinen messerscharfen Zähnen einen Weg zur köstlichen Essenz des Lebens.
Kaum berührten die ersten Tropfen die nur zu bereite, gierige Zunge der Vampirin, verlor ihr Geist sich willig taumelnd in der Tiefe köstlicher, pulsierender Hitze, die sich spiralförmig von einem tiefen Punkt ihrer Wirbelsäule über den gesamten Körper des Biests ausbreitete. Und es überließ sich der unbändigen Magie der Lust.
Den Höhepunkt schon vor Augen durchbrach von Ferne unerwartet eine mahnende Stimme den blutroten Nebelschleier der Ekstase und schien sie zurück zu rufen. Die Vampirin spürte jetzt, wie der Puls ihres Opfers schleppender wurde, aussetzte. Sein schlaff und schwer gewordener Körper drohte ihr zu entgleiten. Verwundert starrte sie den hinreißenden Fremden an, seine Makellosigkeit schien ihr noch berauschender als zuvor, doch weshalb kümmerte sie sein Schicksal?
Dann hörte sie den schwachen Herzschlag des Opfers und seinen flachen Atem zurückkehren. Sie seufzte zufrieden und berührte nach kurzem Zögern mit dem Daumen die kleinen Löcher, die ihre Zähne hinterlassen hatten, bis sie langsam verschwanden. Sie vergaß auch nicht, mit ihrer Hand über sein Gesicht zu streichen, eine liebevoll anmutende Geste. Er würde sich nun an nichts mehr erinnern.


  
 
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