Die unglaublichen Abenteuer der legendären Leichten Infanterie der Roten Faust

                                                              Das Tor zur Hölle

                                                                 ~ von Sadist ~

 

Die hier geschilderten Ereignisse trugen sich am 28. Tage des 1. Monats im Jahre 440 nach mirandischer Zeitrechnung zu.

Zu jenem Tage kamen die treuen Gefährten, die wir schon aus so manch einem anderen Abenteuer kennen, nämlich Waibel Wandor, der Waibel der Leichten Infanterie der Roten Faust, Maltus Berodiac, Paladinanwärter des Ordens der Drachenklaue und Knappe des Paladins Martin, einem Paladin des Ordens der Drachenklaue, die Waldläufer Caron und Marianna, und unser wohlbekannter, abenteuerhungriger Spaßvogel und erstklassiger Bogenschütze Sauffix, dem zu diesem Zeitpunkt nicht im Dienst befindlichen Bannerträger der Leichten Infanterie der Roten Faust, der Eliteeinheit von Herzog Letho, dem Herzog des Herzogtumes Dracken im Lande Miranda in der Gegend nahe von Weidenfurt, einem Ort in den Mittellande, an.

Sie waren dorthin vom Orden von Andoran gerufen worden, damit sie zu den Geschehnissen auf oder besser vor den Primensisfeierlichkeiten des Ordens von Andoran befragt werden konnten. Mit ihnen reiste noch einiges anderes Volk.

Unsere Gefährten, die schon so manch ein Abenteuer mit heiler Haut überstanden hatten, waren schon auf der gesamten Reise sehr aufmerksam, und obwohl sie bisher noch keinen Anlass zur Sorge gehabt hatten, konnte sie weder das kalte, düstere Wetter, noch der nun so nahe Ort, in Sicherheit wiegen, und ihre Wachsamkeit blieb ungebrochen. Und wahrscheinlich ist es dem immer vorrauseilenden und vorrausschauenden Sauffix zu verdanken, dass sie kein einziges Mal überrascht und angegriffen wurden. Alle Räuber hatten wohl vor diesem so wachsamen Soldaten, der stehts die Gegend um sich herum im Auge behielt, und meist sogar einen Pfeil auf der Sehne führte, Angst bekommen und die Flucht ergriffen.

Böse Zungen behaupten ja, die Halunken seien nur vor Sauffix Geruch geflohen, doch jene Schwätzter mögen für immer schweigen, denn sie wissen nicht von was sie da sprechen.

Man kam also ohne in einen Kampf verwickelt zu werden zu jenem Haus, dass die Andoraner für die Befragung angemietet hatte. Man wurde kurz vorher von einem Bauer angehalten, der sie dorthin geleitete, wenn auch der einzigartige Sauffix mit Sicherheit auch so den Weg gefunden hätte.

Im Haus selber stellte man fest, dass man die ersten Gäste sei, und das sonst niemand im Haus war.

Nach dem man erstmal das gesamte Haus auf den Kopf gestellt hatte, bezogen unsere  Gefährten ein Zimmer.

In der Zwischenzeit trafen weitere Gäste ein, viele davon kannte man noch von jener Begebenheit vor der Primensisfeierlichkeit.

Auch der Koch war mit seinen Mägden inzwischen angekommen. Und sein Essen und vorallem sein Tee schmeckten gar wundervoll.

Aber dem ein und dem anderen, darunter auch Maltus und Wandor, bekam die lange Reise wohl nicht so ganz, denn nun in der Wärme und Geborgenheit, ließen sie ihrer Fantasie freien lauf; und so kam es, dass die beiden plötzlich meinten, mitten unter all dem angereisten Volk sei eine Drowmatriarchin. Sie zückten sofort ihre Waffen und versuchten an jene bedauernswerte Elbe, die Ziel ihrer geistigen Schöpfung war, zu gelangen.

Und hier war es wieder einmal unser allseits bekannter, heldengleicher Saufix, der die Situation mit seinem unglaublichen Scharfblick schnell durchschaute und noch viel schneller - seinem Namen alle Ehre machend - handelte. Er schlug nämlich seine beiden Kameraden, die an den beiden entgegengesetzten Enden des Raumes waren und versuchten durch die Menschenmassen zu jener Elbe zu gelangen, so schnell und unauffällig nieder, dass niemand der Anwesenden überhaupt bemerkte warum die beiden umfielen.

Während diese beiden nun selig und friedlich schlummerten, versuchte Sauffix zusammen mit den beiden Waldläufern Caron und Marianna herauszufinden, was genau nun los sei. Dabei stellten sie fest, dass ein Drachengläubiger namens Wenzel, ein  Bekannter von Chantal, einer Freundin von Maltus und Wandor, und jemand, der arkane Kräfte spüren kann, festgestellt hatte, dass eine dunkle, bösartige Kraft in jenem Hause innewohne.

Also begleiteten Sauffix, Caron und Marianna jenen Wenzel zusammen mit drei weiteren Leuten nach draußen, damit man feststellen könne, von wo genau diese Kraft wirke und ob sie nur auf einen Punkt beschränkt sei.

Und siehe da, einige hundert Schritte vom Haus entfernt, verflog diese Macht.

Mit diesem Wissen ging man denn wieder zum Haus zurück, und einige Leute machten sich ans Werk, eine Kammer, die Sauffix zusammen mit Caron entdeckt hatte, und die zumindest Caron komisch vorgekommen war, da darinnen überhaupt nichts gelagert wurde, näher zu untersuchen. Oder besser sie durchbrachen den Boden, um zu sehen, ob sich darunter noch ein weiterer Raum verstecke.

In der Zwischenzeit kam denn die Abordnung der Andoraner an; eine Hohepriesterin zusammen mit Dieterian Pentragon und einigen Mann Eskorte. Die hohe Dame lud denn auch direkt mal alle ein, sich vorzustellen, und den Ablauf des morgigen Tages zu bestimmen.

Die Vorstellung jeder einzelnen Person, und auch die anschließende kurze Befragung, warum im Hause eine solche Unruhe herrsche, wurde laufend von einem Dummschwätzer gestört. Dies ging nicht nur Saufix auf die Nerven, sondern vielen anderen auch. Doch Sauffix handelte dann irgendwann. Er schlug jenen aufdringlichen und nur Schwachsinn von sich gebenden Menschen in einem unbemerkten Moment nieder.

Danach wurde die restliche Befragung nicht nocheinmal von irgendjemandem gestört.

Da die Nacht inzwischen schon weit fortgeschritten war, beschlossen unsere Helden sich zur Ruhe zu begeben. Sie standen aber am nächsten morgen schon wieder mit den ersten Sonnenstrahlen auf, und begaben sich nach einem kurzen Frühstück raus, um die Gegend zu erkunden. Bei jenem Erkundungsgang war es wieder der aufmerksame Sauffix, der eine Fährte am Wegrand entdeckte, und durch Carons Geschick konnte man jener Fährte bis zu einem Friedhof im Wald folgen. Nachdem man den Friedhof skizziert und untersucht hatte, drei Gräber waren aufgebrochen worden, ging man weiter um zu sehen, wer denn jene Gräber hätte aufbrechen können.

So entdeckte man denn auch eine große Hütte, bei der einige Personen wohl gelagert hatte.

Und so hatten unsere Freunde wieder zurück im Haus einiges worüber sie nachdenken mussten, und wo es Dinge zu klären gab. Man beschloss denn auch, mit jenem Drachengläubigen namens Wenzel zusammen nocheinmal den Friedhof zu besuchen, damit die Gräber neu geweiht werden könnten, und man vielleicht durch Einsatz von Magie noch etwas mehr erfahren könne. Nach getaner Arbeit zog Wenzel allein zurück zum Haus, wohingegen unsere Freunde sich aufmachten die Grabräuber, man hatte erfahren können, dass jedem Toten Geld und ähnliches mit ins Grab gegeben werde, zu finden und zu töten.

Und wieder war es Sauffix, der als erster die Räuber entdeckten, da aber unsere Gruppe den ihren zahlenmäßig überlegen waren, zogen sich die Räuber zurück, doch nicht etwa tiefer in den Wald, sondern in Richtung des Hauses; hinter Wenzel her.

Und so machte sich die gesamte Gruppe auf die Verfolgung; allen voran Saufix.

Es kam wie es kommen musste, als die Räuber am Waldrand ankamen, entdeckten sie den alleine ziehenden Wenzel auf dem Feld, und gingen alle zusammen zum Angriff auf ihn über. Und wieder war es Saufix, der Wenzel über das weite Feld hinweg warnte, und so verhindern konnte, dass er überrascht wurde.

Da er sich dann aber zulange damit beschäftigte einen Räuber, der sich in einem Zaun verfangen hatte zu töten und zu plündern, konnte er noch nicht seine Zielsicherheit mit dem Bogen unter Beweis stellen, und der Rest der Gruppe hatte nicht die nötige körperliche Fitness, um 5 der 8 übrigen Räuber an der Flucht zu hindern.

Nachdem die Räuber geflohen waren, und der Wald wohl nichts besonderes zu bieten, hatte, ging man zum Haus zurück, um zu erfahren, ob man dort was neues entdeckt hätte.

Und ja, die Gruppe, die den Raum durchwühlte, war auf ein Kellergeschoss gestoßen, in welchem sich ein Tor zu der Dämonenebene verbarg.

Dies war ein klarer Fall für die Magier, aber wie Magier nun mal so sind, bevor man etwas vernünftiges tut, muss man sich lange bereden.

Außerdem hatte schon seit dem Morgen die Andoranerhohepriesterin mit ihrer Befragung begonnen. Und auch unsere Helden wurden nun, da sie endlich aus dem Wald zurück waren zu ihr gerufen. Und sie berichteten ihr was so alles vorgefallen war, und die Priesterin offenbarte unseren Helden, dass man eine neuerliche Expedition zu dieser Insel plane, und noch tapfere und wagemutige Recken suche, was unsere Helden natürlich gerne hörten.

Am frühen Abend entschlossen sich die Magier endlich doch zu handeln, und jenes Tor durch ein Ritual zu schließen. Doch dies hatte gar schlimme Folgen, denn während die Magier drinnen in Sicherheit mit ihrem Ritual beschäftigt waren, wurden unsere Helden draußen von Dämonen oder vielleicht auch nur Halbdämonen die überall plötzlich auftauchen konnten, angegriffen.

Hier bewiesen Caron und Sauffix mal, welch gute Bogenschützen sie waren, doch ihre Waffen schienen den Wesen keinen Schaden zuzufügen. Die beiden waren sehr enttäuscht, und mussten mit ansehen, wie ihre Gefährten mit ihreren Schwertern jene Wesen töteten. Da kam aber glücklicherweise die Hohepriesterin der Andoraner und meinte, sie könne die Pfeile segnen, sodass sie diesen Wesen auch Schaden zufügen würden.

 Dies hörten die beiden gerne und so, nachdem ihre Pfeile nun den Segen Andoran hatten, gingen sie mit neuem Kampfesmut in die Schlacht.

Und siehe da, es half; von nun an hatten die Nahkämpfer hilfreiche und starke Fernkampfunterstützung.

Dabei zeigte Saufix mal sein ganzes Können.

Es war wiedereinmal ein Dämon zu bekämpfen, doch ein Schwertkämpfer versperrte Saufix den sauberen Schuss zum Ziel, und so nahm Sauffix Anlauf, schlitterte auf dem glatten Untergrund eine leichte Schräge hinunter und schoss, noch immer rutschend, sobald er freies Schussfeld hatte seinen Pfeil wohlgezielt in die Seite des Dämons.

Irgendwann denn hatten Caron und Sauffix und alle anderen Bogenschützen alle ihre Pfeile verschossen, da aber immer wieder neue Dämonen auftauchten, und die Anzahl der kampffähigen Männer und Frauen immer kleiner wurde, zogen sie alle auch mit dem Schwert in den Nahkampf los.

Und nach einem endlos scheinenden Kampf tauchten plötzlich keine Dämonen mehr auf, dafür kam einer der Magier und meinte, das Tor sei geschlossen. Die Erleichterung aller Kämpfer war groß, und man zog ins Haus, um seine Wunden behandeln zu lassen, und seine Rüstungen zu reparieren.

Den Rest des Abends und der Nacht verbrachten denn die meisten Leute mit feiern, und am nächsten Morgen zogen unsere Helden los, zurück nach Miranda, denn dort wartete bereits ihr nächstes Abenteuer auf sie.

 

 

 

 

 

(c) Dieter Weckfort

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