
Die unglaublichen Abenteuer der legendären Leichten Infanterie der Roten Faust
Die schwarze Hand
~ von Sadist ~
Im Jahre 440 am 24. Tage des 6. Monats reiste die Leichte Infanterie, vertreten durch den Bannerträger Wandor und den uns allen bekannten Ausbilder und Anführer der Einheit Sauffix, zur Grimburg in den Mittellande. Sie waren einem Aufruf des Herzogs Selast von Raichenstein gefolgt, der um Hilfe gegen Untote gebeten hatte. Außerdem wussten sie, dass ihre Freunde Wenzel, der Drachenpaladin, der Hausmeister Johann und Frau Nachtfalter ebenfalls auf dem Weg zu jener Burg waren. Auf der letzten Etappe holten unsere Streiter dann auch Wenzel und die anderen Recken ein, doch die Etappe war weit, und die anderen Reisenden aufgrund des warmen Wetters so träge, dass es bereits Nacht wurde, ehe man auch nur in die Nähe der Burg kam.
Und obwohl man auf dem letzten Stück des Weges einen Führer aus der Burg hatte, wurde das Tempo immer langsamer.
Es kam, wie es kommen musste, wenn man nachts in der Nähe einer Burg herumläuft, die von Horden von Untoten heimgesucht wird; Man sah sich plötzlich von Untoten umringt. Doch für unsere drei Kampfgefährten Wenzel, Wandor und Sauffix und die übrigen Reisenden war so ein Trupp kein Problem, und so war man kurze Zeit später schon wieder unterwegs. Auf der Burg angekommen, konnte man dann gerade noch die Verbrennung von Herzog Selast von Raichenstein miterleben, der nur eine Nacht vorher bei der Verteidigung der Burg getötet worden war.
Man bezog dann sein Lager im hinteren Teil der Burg und bereitete sich auf eine lange schlaflose Nacht vor.
Und es wurde tatsächlich eine lange nacht, und je dunkler die Nacht wurde, desto stärker wurden die Untoten, die dann auch noch durch einen Trommler mit einem Totentanz belegt wurden, und somit zu wirklich ernsthaften Gegnern wurden.
Aber dank der zielsicheren Unterstützung von Sauffix wurden solche Trommler recht schnell in ihre Einzelteile zerlegt.
Doch die ganze Kampfkraft unserer drei Recken und die von Johann und Nachfalter, die schon am Tage in der Burg angekommen waren, reicht nicht aus, sich alleine gegen eine Horde von Untoten zu stellen, wenn alle anderen Kämpfer bereits zu Boden gegangen sind, und so kam es, dass die Schlachtreihe durchbrochen wurde, und Sauffix mit einem mal sich umringt sah von 4 Untoten, von denen einer wohl sogar der Hauptmann zu sein schien. Und egal wie gut und wie schnell er kämpfen kann, es dauerte nicht lange und er ging schwer verwundet zu Boden; aber auch diesen Angriff konnte man noch gerade so abwehren.
In der Zwischenzeit verarztete die fleißige Asisa, eine Säbeltänzerin, die Wandor von einer seiner Reisen mitgebracht hatte, Sauffix Wunden.
Was sie dabei nicht bedachte, war die Tatsache, dass Sauffix wohl von einem der Untoten gebissen wurde, und dadurch mit irgendeiner Krankheit oder so etwas infiziert worden war.
Doch Sauffix merkte davon nichts, sondern war sehr schnell wieder auf den Beinen, doch es wollten keine Untoten mehr kommen; anscheinend war das Potential des Erschaffers der Untoten erschöpft.
Aber nicht nur diese waren erschöpft, nein auch ein Großteil der Reisenden, und so gingen die meisten zu Bett, und nur einige wenige, darunter Sauffix und Wenzel blieben noch wach um Wache zu halten.
Was dann geschah ist schwer zu glauben;
denn unser großer Held der legendären Leichten Infanterie verstieß gegen jegliche Regeln und Gesetze, die er aus dem Lande Miranda kannte, und nach denen er sich auch zu richten hätte.
Er wurde zu dem, was er sonst vehement bekämpft hat.
Wie es dazu kommen konnte, ist nicht ganz klar, doch spielen dabei wohl zwei Tatsachen eine wichtige Rolle.
Erstens: Wie gesagt er wurde von einem Untoten gebissen; dieser Biss hatte dann zur Folge, dass Sauffix krank wurde, und die Vermutung liegt nahe, dass er durch diesen Biss nicht nur körperlich krank wurde, sondern auch geistig. Dies würde seine weiteren Handlungsweisen erklären.
Zweitens spielt da noch ein anderer Gegenstand eine Rolle, der Sauffix, geschwächt durch den Biss des Untoten, geistig beeinflusste, und so zu seinem so verwerflichen Tun trieb.
Doch ich will euch jetzt nicht noch länger auf die Folter spannen, und euch nun berichten, in was für einen schändlichen Menschen sich Sauffix mit einem Mal verwandelte; doch ich muss noch einmal mit aller Deutlichkeit und zur Verteidigung jenes Helden der Leichten Infanterie der Roten Faust erwähnen, dass es nicht sein eigener Wille war, der ihn zu den folgenden Handlungen trieb, und dies können euch zahlreiche Zeugen, darunter solch bekannte Persönlichkeiten wie Wenzel, Nachtfalter, Dijarion Patharis zu Tayarand oder Wandor der Bannerträger der Leichten Infanterie, bestätigen.
Dass die nun folgenden Taten überhaupt bekannt sind, liegt einzig und alleine daran, dass Sauffix sein gesamtes Handeln wie in einer Art Traum erlebte, und in diesem Traum waren seine ganzen Taten irgendwie normal, richtig und vernünftig.
Sauffix ging, nun wo fast alle Reisenden zu Bett gegangen waren, in die Gruft der vergangenen Herzöge, dahin, wo es die Untoten hingezogen hatte; und er begann die Gräber zu öffnen.
Als erstes versuchte er es mit dem Grab, an dem schon die Untoten zuvor gekratzt hatten, dem mittleren; doch da der Grabstein viel zu schwer war, um ihn anzuheben, musste Sauffix erst einmal sich einen langen stabilen Stock besorgen, und damit er einen Ansatz für den Stock hatte, musste er erst einmal die Umrandung des Grabes beschädigen.
So musste er wohl einige Zeit an der Umrandung herummeißeln, aber letztendlich schaffte er die Grabplatte herunterzuhebeln.
Doch in dem Grab befand sich nur ein Sarg, der passgenau eingelassen war, und von so robuster Bauart, dass Sauffix ihn nicht geöffnet bekam. So verschloss er das Grab wieder und wand sich dem rechten Grab zu.
Doch da hörte Sauffix jemanden die Treppe herab kommen. Er versteckte sich in der hintersten und dunkelsten Ecke.
Eine Person tauchte im Eingang auf, von hinten nur durch das Mondlicht beschienen. Die Person blieb, ihr Schwert zum Schlag bereit im Eingang stehen und blickte genau in Sauffix Richtung. Er hatte Sauffix wohl auch nur als große schwärzere Masse erkannt, denn er näherte sich ihm langsam. Da fragte der Mann plötzlich: „Wer ist da.“
Da erkannte Sauffix die Stimme des Mannes als die von Wenzel, und mit einem Seufzer der Erleichterung löste er sich aus dem Schatten und trat mit einem „Ach Wenzel ihr seit das!“ auf diesen zu. Wenzel, der selber so erleichtert darüber war, dass er einem bekannten Gesicht gegenüberstand, bemerkte nicht, dass mit Sauffix etwas nicht stimmte, und verließ beruhigt die Gruft.
Sauffix vergewisserte sich, dass Wenzel wirklich gegangen war, und befasste sich wieder mit dem rechten Grab.
Dieser Grabstein schien nicht ganz so massiv und groß zu sein, wie der vorherige, also wuchtete Sauffix ihn unter lautem stöhnen in einem Kraftakt zur Seite; aber auch in diesem Grab fand er nur einen genau eingepassten Sarg, den er nicht herausziehen oder öffnen konnte.
Also verschloss er auch dieses Grab wieder und schaute sich das größte der drei Gräber an.
Die Grabplatte war hier schräg eingelassen, und die Umrandung sehr gut gemauert. Sauffix brauchte fast die Hälfte einer Stunde um die Umrandung soweit zu öffnen, dass er den Ast als Hebel hinter die Platte schlagen konnte.
Beim ersten Versuch brach der Ast unter lautem Bersten in Sauffix Nähe an einer Astgabel. In den zweiten Versuch legte Sauffix alle seine Kraft und sein ganzes Gewicht und er schaffte es die Grabplatte zu öffnen.
Dahinter kam eine alte Holztruhe zum Vorschein, die er auch sofort herausholte und öffnete.
Zum Vorschein kam eine schwarze in Verwesung befindende Hand, und als wäre es das natürlichste auf der Welt, zückte Sauffix sein Schwert und hackte sich seine linke Hand ab und hielt dieses vergammelnde Stück Fleisch an seinen Stumpf; und im selben Moment umfing ihn schwärzeste Dunkelheit.
Wie lange er bewusstlos in der Gruft lag, kann nicht mehr nachvollzogen werden, als er aber aufwachte, war die Hand fest mit dem Arm verwachsen, Sauffix konnte sie ganz normal bewegen und er fühlte sich geschickter und wacher als je zuvor. Er schlug seinen Mantel über die Hand und verließ ungesehen die Gruft. Da der Morgen bereits graute, und er noch nicht müde war, setzte er sich auf die Mauer und reparierte seine Rüstung. Als die Sonne dann bereits aufgegangen war, und somit auch keine Gefahr bestand, dass Untote die Burg angreifen könnten, ging auch er schlafen.
Nur wenige stunden später wachte Sauffix wieder auf und er fühlte sich stärker als je zuvor. Dass ein Hauch von Verwesung um ihn herum war und er totes Hautgewebe am ganzen Körper hatte, bemerkte er nicht.
Und auch der sonst so aufmerksame Wandor, sein Untergebener und Waffengefährte, merkte zuerst nichts, da er zu sehr von der holden Maid neben sich abgelenkt wurde.
Als er dann aber endlich von Sauffix zum Aufstehen und zum Frühstücken bewogen wurde, bemerkte er und Asisa, seine Schlafbegleitung, den eigenartigen Geruch und das Aussehen von Sauffix.
Als man diesen aber darauf ansprach, stellte dieser sich stur und wollte von dem ganzen nichts hören und an eine Untersuchung oder gar eine Behandlung war gar nicht erst zu denken. Auch als Wandor Johann und Nachtfalter hinzuzog, wussten diese keinen Rat, doch Asisa konnte dort helfen.
Dank eines in ihren Tanz mit eingebetteten magischen Spruches gelang es dann Sauffix in einen tiefen Schlaf zu versetzten.
So zusammengesunken wie Sauffix da lag, konnte man an keine Untersuchung denken, also packte Nachtfalter den Mantel, den Sauffix noch immer um seine linke Hand geschlungen hatte, und zog diesen weg. Als darunter dann dieses schreckliche schwarze, verwesende Ungetüm von Hand hervorkam, verschlug es ihr, Wandor, Asisa und Johann den Atem. Doch als sich dann Nachtfalter daran machen wollte, die Hand zu untersuchen, erwachte Sauffix plötzlich, und versuchte zu entkommen, Doch Wandor und Johann stürzten sich auf ihn und schlugen ihn nieder.
Doch auch dies half nicht lange, denn die Hand schien Sauffix eine ungeheure Robustheit zu geben, denn er erholte sich innerhalb kürzester Zeit von dem Schlag und beim zweiten Ausbruchsversuch entwand er sich den Händen der Beiden und lief davon. In einer Ecke konnte man ihn dann endlich wieder stellen, doch Sauffix blickte wie ein scheues Reh wild in der Gegend herum und suchte einen Ausweg.
Nur dem guten zureden von Wandor und dem letzten Rest von Vertrauen in seinen Waffengefährten ist es wohl zu verdanken, dass sich Sauffix dann doch endlich zumindest wegen seiner Krankheit untersuchen und behandeln ließ.
Doch Nachtfalter konnte die Krankheit nicht stoppen.
Also beratschlagten Wandor, Wenzel, Nachtfalter, Johann und Asisa was man denn nun für Sauffix tun könnte.
Und während sie sich noch beratschlagten, begann Sauffix sich immer weiter zu verfremden.
Es begann damit, dass Sauffix empfindlicher auf das Sonnenlicht reagierte, und die Reisenden wütend anfuhr, wenn sie sich wegen seines Geruches beschwerten.
Dann ging Sauffix, oder sollte ich lieber sagen der geist in Sauffix Körper, in die Gruft und kam mit einem der Grabsteine wieder heraus. Nachdem er sich den Scherz erlaubte, diesen ein paar anderen Reisenden in die Hand zu drücken, die dann aber feststellen mussten, dass der Stein viel zu schwer für sie war, legte er sich den Stein in den Schatten auf den Boden und setzte sich darauf. Die Reisenden und vorallem Wandor waren erbost darüber, doch da verzog sich Sauffix dann mit dem Stein in die Gruft; angeblich sei es dort unten wesentlich gemütlicher. Doch nicht genug damit, dass es sich Sauffix auf den Gräbern gemütlich nachte, und sich die Grabsteine so drapierte, wie er es für schön empfand, nein er brach auch die Urne des letzten Herzogs Selast von Raichenstein auf und verstreute die Asche oben auf dem Burghof, um die Urne dann als Aufbewahrungsort für seine Sachen zu nutzen.
Wandor war der Verzweiflung sehr nahe, und auch Wenzel, Nachtfalter und Johann wussten nicht so recht weiter.
Wer dann auf den Einfall kam, einen Exorzismus durchzuführen, ist mir nicht bekannte, aber auf jeden Fall zog Johann einen Magischen Zirkel um das Böse darin zu binden, und Wenzel wollte mit Hilfe der vier Drachen den Dämon aus Sauffix vertreiben, doch wie bringt man jemanden in einen magischen Zirkel, der draußen am helllichten Tageslicht liegt, wenn dieser sich in einer Gruft wohnlich eingerichtet hat.
Sie versuchten alles, gutes Zureden, Sauffix auf ein Bier einladen, ihm drohen, doch nichts half. Als dann jenes Geschöpf in Sauffix Körper ihnen dann ein Angebot machte, er würde herauskommen, wenn der Mann „in der Tat“, wie er Dijarion Patharis zu Tayarand genannt hatte, zu ihm herunter kommen würde; da dieser sich aber strikt weigerte dieses Wagnis auf sich zu nehmen, konnte man dies auch nicht nutzen. Da versuchte es Wenzel mit einem Trick, er begann oben vor der Gruft lautstark seine Drachen anzupreisen, ob er einen Segen auf die Gruft herabrief weiß ich nicht, doch erboste dieses Treiben das Wesen Sauffix so, dass dieser wutentbrannt aus der Gruft stürmte und versuchte Wenzel sein Gebetbuch zu entreißen. Beim ersten Versuch konnte man Sauffix noch nicht in die Falle treiben. Doch sobald Wenzel erneut eine Gebet anschlug, stürmte Sauffix wieder aus der Gruft, und diesmal konnte man ihn auch draußen halten. Doch er wäre erneut entkommen, wenn ihn nicht drei oder vier Reisende mit heiligen Waffen angegriffen hätten, durch welche dem Geschöpf solche Schmerzen zugefügt werden konnten, dass es sich nicht gegen die Bärenschamanin zur Wehr setzten konnte und diese Sauffix mit ihren unglaublichen Kräften in den Zirkel werfen konnte. Und aus dem Zirkel gab es kein entrinnen mehr für Sauffix, oder besser das Wesen, dass sich seines Körpers bemächtigt hatte. Die nächste Hälfte einer Stunde wurde nicht nur für Sauffix zu einer Höllenqual, nein auch für alle seine Freunde. Denn das Geschöpf schrie vor Schmerzen, flehte, bettelte, fluchte, drohte und befahl, nur damit diese Schmerzen aufhörten. Sie alle, Wenzel, Wandor, Nachtfalter und Johann mussten all ihre Willenskraft aufwenden und sich immer wieder sagen, dies ist nicht Sauffix der da diese Schmerzen hat, um nicht den Exorzismus abzubrechen. Zum Ende der Beschwörung hin, merkten die Umstehenden, wie so langsam Sauffix Geist wieder die Überhand gewann, und Sauffix schaffte es mit dann mit einer schier unglaublichen Willensanstrengung, unterstützt durch Wandor und den weiterhin beschwörenden Wenzel, den Dämon in der Hand zu besiegen und sich die Hand abzuhacken. Dann brach Sauffix bewusstlos zusammen.
So wurde Sauffix von dem Dämon befreit.
Doch wenn ihr nun glaubt, dass die ganze Sache ausgestanden wäre, so seid ihr genauso auf dem Holzweg wie die anderen Reisenden.
Denn als sich nun Wandor und einige Reisende um Sauffix kümmern wollten, begann mit einem Mal eine wilde Rangelei um die Hand; jeder wollte plötzlich dieses Stück Fleisch haben und kämpfte erbittert darum. Nur einige wenige wurde nicht geistig beeinflusst, und jene schafften es auch die Kämpfenden von der Hand fortzuzerren und die Hand durch ein gesegnetes Schwert unschädlich zu machen; nun ja unschädlich ist wohl zu viel gesagt, denn die Hand und auch der in ihr gebundene Wille lebte weiter, und konnte immer noch Leute, die ihr zu nahe kamen, beeinflussen.
Sauffix bekam von dem ganzen Tumult ersteinmal nicht viel mit, denn als er aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte, fühlte er sich wie gerädert.
Doch Sauffix wäre nicht Saufix, wenn er sich nicht ziemlich schnell auch von soetwas erholen würde.
Und so kam es, dass er schon recht bald wieder auf den Beinen war, und die Heiler nervte, warum seine Hand denn nachgewachsen sei; und da wussten seine Gefährten, Sauffix ist wieder der Alte, denn so etwas kann nur ihm einfallen.
Nun wo Sauffix wieder der Alte war, begann er auch sogleich mal, sich zu erkundigen, was in seiner geistigen Abwesenheit denn so alles geschehen war, und wie man denn nun weiter dem Untotenproblem entgegenwirken wolle.
Aus einem Tagebuch hatten ein paar Elben der Naishadar herausgefunden, dass der Tempel der Siluna wohl ehemals die Burg vor den Untoten schützte, doch die beiden Artefakte wurden versteckt, da dem Tempel die Vernichtung drohte. Aufgrund von Hinweisen im Tagebuch, konnten die Naishadar eines der beiden Artefakte finden, doch mit den weiteren Hinweisen wussten sie nichts anzufangen.
Sauffix, der sich diese Hinweise auch mitangeschaut hatte, vermutete sofort, wie diese auszulegen seien, und machte sich kurze Zeit später dann mit Wandor, Wenzel, Nachtfalter und Johann auf, um seine Theorie zu überprüfen. Und siehe da nicht weit von der Burg entfernt im Wald entdeckte man einen Ort, der durch eine magische Barriere gesichert war, zumindest konnten Sauffix, Wandor und Wenzel diesen Ort nicht betreten. Nachtfalter und Johann brummelten dann irgendwelche Zauberformel, und begann mit komischen Selbstgesprächen. Unsere drei Gefährten waren erstaunt, aber die größte Überraschung stand ihnen noch bevor, denn Johann und Nachtfalter gingen mit einem Mal in diesen Ort hinein, und verschwanden spurlos. Den drei Zurückgebliebenen blieb nichts anderes übrig, als zu warten.
Sauffix erkundete währenddessen die Gegend, und entdeckte dabei eine Pflanze, die sich später als eine wichtige Pflanze zum schmieden eines Schwertes gegen die Untoten herausstellte.
Als dann die hälfte einer Stunden später Johann und Nachtfalter wieder auftauchten, hielt Nachtfalter eine Schale in den Händen, die das zweite Artefakt aus dem Tempel war.
Zurück in der Burg stellte sich nur die Frage, was tun mit diesen beiden Gegenständen?
Nun ja auch hier hatte Sauffix eine seiner schnellen Antworten parat, rein in den Tempel und zu Siluna beten!
So ähnlich wurde es auch gemacht, doch man suchte sich zuerst mal ehemalige Silunagläubige aus der Burgbevölkerung, die man dann dazu veranlasste, im Tempel zu Siluna zu beten. Und siehe da, durch deren Gebete wurde Siluna wieder geweckt, und sie kehrte in den Tempel zurück.
Doch da war immer noch das Problem mit der Hand, die es immer wieder schaffte, Leichtgläubig zu verführen, und diese in ihren Bann zu ziehen; aber dank der Aufmerksamkeit aller übrigen Reisenden, konnte sie nie einen so stark beeinflussen, wie sie es bei Sauffix getan hatte.
Daher versuchten Johann und Nachtfaletr in einem großen Ritual unter Zuhilfenahme der 6 Elemente, Wasser, Luft, Feuer, Eis, Erde und Erz die Hand zu zerstören, doch all ihre Bemühungen bliben erfolglos.
Als nächstes kam man auf die glorreiche Idee die Hand durch das Weihwasser der Siluna zu zerstören; dies wurde dann auch sogleich ausprobiert; doch außer dass man ganz viel heißes Wasser produzierte, geschah nichts.
Und auch hier wieder, ist es der große Held der Leichten Infanterie gewesen, Sauffix, dem, wo alle anderen Reisende schon der Mut und die Ideen verlassen hatte, noch eine weitere Möglichkeit einfiel, wie man diese Hand endlich zerstören könnte. Das, was schon einmal geklappt hatte, nämlich die Weihung des Tempels durch den Glauben, so könnte man vielleicht mit der geballten Macht aller Gottheiten, auch diesem Geist in der schwarzen Hand die letzte Ruhe geben. Und so trafen sich Gläubige aller Gottheiten zum gemeinsamen Gebet im Tempel der Siluna und versuchten durch ein gemeinsames von Wenzel geleitetes Gebet die Macht der Gottheiten zu bündeln und die Hand damit zu vernichten.
Doch auch dies half nicht, und da während des Gebetes die Nacht angebrochen war, und die ersten Untoten in die Burg wankten, beschlossen die Reisenden, sich nun ersteinmal die Untoten zu bekämpfen, und zu versuchen die Nacht zu überleben, bevor man denn am nächsten morgen sich weiter damit beschäftigen könnte, die Hand zu zerstören.
Doch die Untoten waren viele, und dank ihrer Trommler wurden sie in einen solchen Kampfeswahn getrieben, dass sie die Reisenden Mann um Mann, Frau um Frau dezimierten und die Schlachtreihen immer weiter lichteten. Als dann auch noch zwei Hexen auftauchten, und mit ihrer starken Magie in den Kampf eingriffen, schien das Schicksal aller Reisender besiegelt.
Selbst Sauffix, der auch in der Dunkelheit eine tödliche Zielgenauigkeit mit dem Bogen unter beweis stellte, merkte diesen Umschwung des Kampfgleichgewichtes, und er nahm all sein Kraft zusammen, und durchbrach die Schlachtreihe der Untoten. Er schoss seine gesamten verbliebenen Pfeile auf die Hexen ab, die alle ihr Ziel trafen, doch diese nicht weiter zu stören schienen; als dann aber der Hauptmann der Untoten 5 seiner Schergen ausschickte, ihm Saufix Kopf zu bringen, tat Saufix das einzig richtige, er lockte die Untoten aus dem Kampfgeschehen davon. Und hier bewies er dann, dass sein Name nicht zu unrecht besteht, denn er lief so lange vor den Untoten her, und lockte diese so weit weg, dass sie sich irgendwann außerhalb des Einflussbereiches ihres Erschaffers befanden, und zu Staub zerfielen.
Und so schnell wie er konnte rannte er zurück zur Burg, um zu sehen, wer und ob seine Gefährten überlebt hatten.
Als er die Burg betrat, war es totenstill, nichteinmal die Geräusche der Tiere der Nacht waren zu hören. Saufix näherte sich vorsichtig dem Lagerplatz der Reisenden, auf alles gefasst.
Wie erleichtert war er, als er seine Gefährten zwar niedergeschlagen, aber lebend im Fackelschein stehen, sitzen und hocken sah.
Die Hexen hatten den Kampf abgebrochen, nachdem ihnen durch einen der Reisenden, den sie unter ihrer geistigen Kontrolle hatte, die schwarze Hand überreicht worden war.
Ich befürchte der Burg droht demnächst die nächste üble Plage.
Aber so hatten die Reisenden wenigstens überlebt, und konnten den Rest der Nacht ungestört verbringen.
Am nächsten Tag marschierte dann der Cousin des verstorbenen Herzogs Selast von Raichenstein mit seinem Gefolge ein, und übernahm die Führung der Burg, sodass unsere Gefährten beruhig abreisen konnten.
(c) Dieter Weckfort
Verbreitung erwünscht - natürlich nur mit Hinweis auf den Autor.
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