Die unglaublichen Abenteuer der legendären Leichten Infanterie der Roten Faust

                                                 Ein Freudenfest mit Schwierigkeiten

                                                                 ~ von Sadist ~

 

Es begab sich zum 15. Tage des 4 Monats im Jahre 440, dass Gira Sol, die beste und schönste Tänzerin der gesamten bekannten Welt, zu einem Fest in Kornburg in den Mittellande eingeladen hatte.

Und auch die Leichte Infanterie der Roten Faust war selbstredend von ihr geladen worden.

Und so zogen Maltus Berodiac, Soldat der Leichten Infanterie und Paladinanwärter beim Orden der Drachenklaue, der Bannerträger Wandor und der weltbekannte Sauffix, Ausbilder der Leichten Infanterie der Roten Faust, nach Kornburg, um sich dort mit ihrer Freundin Gira Sol zu treffen.

In Kornburg wurde man dann auf die Festwiese weitergeleitet, wo man mit den anderen Gästen sein Zelt aufbaute.

Da so langsam die Dämmerung hereinbrach, zogen die meisten Gäste, und auch unsere Helden von der Leichten Infanterie zusammen mit Gira Sol in die Taverne.

Bei der Gelegenheit ließ sich Gira Sol von einem Kaufmann zu einem Tanzwettstreit überreden. Und so kam es, dass sich zu später Stunde dann viele Gäste in der Taverne versammelten, um dem Spektakulum zuzusehen. Unter den fünf Personen, die die beiden Tänzerinnen auf die Qualität ihrer Darbietung beobachten und begutachten sollten, war auch der Bannerträger Wandor.

Zuerst bot die Tänzerin des Händlers einen schön anzusehende Tanz auf dem Tisch der fünf Herren. Als dann Gira Sol den Tisch betrat, jubelte die ganze Taverne. Und wie man es von ihr gewohnt ist, zeigte sie all ihr Können; doch mit einem Mal schien sie  unkonzentriert, und strauchelte zweimal, bevor sie bewusstlos zusammensackte. Maltus Berodiac war sofort zur Stelle, fing die bewusstlose Gira Sol auf, und brachte sie sofort aus der Taverne, gefolgt von Sauffix. Man bettete sie im Zelt der Leichten Infanterie, und verwehrte allen neugierigen Zuschauern den Eintritt.

Nach etlichem hin und her, zahlreichen Untersuchungen von bekannten und vertrauenswürdigen Medicussen und Magussen, stellte sich dann heraus, dass Gira Sol vergiftet worden war.

Doch da sie sich langsam erholte, und es schon so spät am Abend war, legte man sich erstmal schlafen, um der ganzen Sache am nächsten Morgen auf den Grund zu gehen.

Am Morgen wurde dann der Händler, den man noch in der Nacht hatte festsetzten lassen, endlich eingehend befragt, und dieser hatte eine gar unglaubliche Geschichte auf Lager.

Er behauptete, seine Tochter bei einer Wette als Einsatz verloren zu haben, weil er nicht genügend Geld dabei gehabt habe. Als er sie wieder freikaufen wollte, war seine Tochter von einer bösartigen Hexe entführt worden, und diese Hexe verlangte von ihm, dass er Gira Sol vergifte, damit er seine Tochter lebend wiedersehe.

Also wurde händeringend nach einer Lösung des Problems gesucht, und man beschloss jene Hexe in einer anderen, arkanen, Welt aufzusuchen und zu vernichten. Warum man dann aber ausgerechnet dem Giftmischer und Magus des Händlers, der auch Gira Sol vergiftet hatte, vertrauen musste, konnte mir niemand berichten.

Während also dieser Gauner über Formeln am brüten war, legte Sauffix sich, da er immer ein Auge auf seine Soldaten hatte, mit zwei der städtischen Garde an, da diese Maltus Berodiac im Gebet stören wollte. Da diese Gardisten ihn auch daran hindern wollten, in den Wald zu gehen, verfolgte Sauffix sie auf ihre Patrouille durch den Wald, um mal zu beobachten, ob die Garde irgendwas zu verbergen hätte. Maltus stieß dann später irgendwann zu ihm und so folgte man den Wachen dann gemeinsam. Aber sie schienen nur eine ganz normale Patrouille zu machen, und so gingen die beiden wieder zurück zum Lager.

Und nicht zu früh, wie sich herausstellte, denn der Magus war endlich fertig, und so zogen dann unsere Helden von der Leichten Infanterie, und einige engere Freunde von Gira Sol los, geführt durch diesen Halunken von einem Magus, zu einer Wiese, da dort wohl die geeignetste Stelle sei, ein Tor in die arkane Ebene zu öffnen. Doch plötzlich wollte jener Magus noch einige andere Herren der arkanen Künste haben, da er angeblich zu schwach sei.

Sauffix sträubten sich alle Nackenhaare, denn so etwas war schon einmal schief gegangen - ich erzählte davon in der Geschichte Der Schiffbruch - doch da es Gira Sol immer schlechter zu gehen schien, rannte Wandor zurück ins Lager und trommelte alles zusammen, was laufen konnte und wollte.

Und so setzte man dann alles auf eine Karte und vertrautet jenem Schurken.

Er öffnete auch ein Tor, und auch das richtige, doch danach ward er nie mehr gesehen.

Hinter jenem Tor verbarg sich eine Welt, der unseren gleich, doch es waren nur die Wesen der Hexe und die tapferen Recken die durch das Tor gingen auf ihr. Und die Kreaturen der Hexe waren kräftig und viele und überrannten die paar Kämpfer die beim ersten Mal durch das Tor marschierten.

Viele von ihnen wurden getötet, so behaupteten sie zumindest, aber sie tauchten dann schwer verwundet beim Tor für die zurückgebliebenen wieder sichtbar auf.

Beim nächsten Versuch betrat eine noch größere Gruppe durch das Tor die andere Ebene, und diesmal marschierte auch Sauffix mit, denn er konnte seine Untergebenen nicht alleine lassen. Nachdem man einige Recken durch die Hexe bei törichten und nutzlosen Verhandlungen mit dieser verloren hatte, die Krieger verschwanden durch eine kurze Beschwörung der Hexe einfach, griff man erneut an, doch jede Kreatur die man vernichtete, tauchte fast augenblicklich wieder auf. Und so dauerte es nicht lange und die Gruppe war vernichtet. Einer der letzten die noch standen war Sauffix, doch auch dieser kampfstarke Held der Leichten Infanterie war der Übermacht nicht gewachsen, und auch er berichtete, dass eine der Kreaturen ihm einen Stich ins Herz versetzt hätte,  und er sich dann schlagartig wieder unter den zurückgebliebenen Heilern wiederfand.

Von daher nehme ich an, dass jene Welt ein arkanes Konstrukt jener Hexe war, in der sie alles tun und lassen konnte. Aber ihre Kräfte waren noch größer als man vermutete, denn plötzlich schloss sich das Tor, und etliche Personen in der Nähe des Tores verschwanden einfach.

Die Hexe hatte sie in ihre Welt mitgenommen. Was sie dort erlebten, darüber habe ich leider keine Berichte. Die Zurückgebliebenen, kehrten niedergeschlagen ins Lager zurück und beratschlagten, wie man nun weiter verfahren sollte. Da tauchte plötzlich eine junge Frau von den Verschwundenen auf, und berichtete, dass man in der Nähe des Lagers wieder aufgetaucht sei, und nun auf der Suche nach einer Kette sei.

Wandor und Saufix liefen sofort los, und stießen kurz darauf auf die Gruppe. Und gemeinsam zog man durch den Wald auf der Suche nach jener Kette, geführt durch eine Vogelschamanin.

Bei einem alten Friedhof, fand man die Kette endlich, doch sie hing um den Hals eines Wurzelzwerges, dessen Geist schon reichlich verwirrt war. Alle Verhandlungen brachten keinen Erfolg, und dann versteinerte dieser Einsiedler auch noch eine der anwesenden Personen. Als er dann auch noch anfing der Nekromantie zu frönen und unzählige Untote zu erschaffen, da griff die gesamte Gruppe an, doch es waren sehr viele Untote, und die meisten Personen flohen vor den Massen. Nur der Bannerträger Wandor, Nöck, der Sergeant der Bogner und der glorreiche Bogenschütze Saufix blieben und stießen immer wieder erneut vor, um vereinzelte Untote zu vernichten. Als Wandor und Nöck viele der Untoten gegen sich stehen hatte, umlief Sauffix die gesamten Untoten, und näherte sich langsam dem Zentrum des Friedhofs. Die Untoten hatten einige Leute, darunter auch Maltus, als Gefangene genommen und dort hingelegt.

Da aber der verwirrte Nekromant bei den Gefangenen zugegen war, konnte Sauffix nicht einfach so an diese heran, also griff er zu einer List. Er wankte einfach ganz offen und langsam, einen Untoten imitierend auf die Lichtung heraus und auf die Gefangenen zu. Er täuschte damit nicht nur die Untoten und den Nekromanten, nein auch seine Mitstreiter im Zentrum hielten es für echt.

Doch als er die Gefangenen fast erreicht hatte, ist er dem Nekromanten wohl zu nahe gekommen, so dass dieser spürte, dass etwas mit Saufix nicht stimmte, denn dieser schaute Sauffix verdutzt an. Sauffix bemerkte das Misstrauen des Nekromanten und da er schon vorher feststellen musste, dass dieser nicht mit herkömmlichen Waffen zu verletzten war, tat er das einzig mögliche und zog sich zurück.

Wenig später griff er dann erneut zusammen mit Wandor und Nöck den Einsiedler an,

doch dieser löste sich dann zusammen mit seinen Kreaturen auf. Maltus Berodiac hatte ihn in einem geistigen Duell besiegt.

So konnte man dann die Kette in Besitz nehmen, und kehrte, nachdem man die Wunden der Gefangenen versorgt hatte, ins Lager zurück.

Im Lager kippte dann Maltus um, er musste wohl doch Verletzungen erlitten haben, die man nicht sehen konnte, und wurde im Zelt der Roten Faust von einem Heiler versorgt. Und plötzlich verschwanden wieder einige Personen, darunter eben auch jener Heiler. Also musste Sauffix schnell einen anderen finden, der Maltus weiterversorgte.

Die Hexe hatte sich fünf Leute geschnappt, damit sie endlich an ihre Kette käme. Und die fünf gaben ihr auch diese Kette, da sie feststellen mussten, dass sie von jenem Magus des Händlers getäuscht worden waren. Denn dieser hatte ihnen einen Fokus gegeben, der ein Tor aus der Welt der Hexe in die eigene Welt erschaffen sollte; aber jener Fokus funktionierte nicht, und so war man gezwungen die Kette im Tausch für die Tochter des Händlers zu geben.

 Danach ging es Gira Sol wieder sehr gut und sie hätte die gesamte Welt umarmen können, beließ es aber bei ihren Helden von der Roten Faust.

Den Abend verbrachte man dann mit feiern.

Man könnte meinen nun wäre Schluss, aber eine Kleinigkeit muss ich noch berichten.

Auch Sauffix, der Spaßvogel der Einheit, feierte kräftig mit, und während Wandor und Maltus ausgefallenen Orgien mit Gira Sol im Mannschaftszelt feierten, würfelte Sauffix in der Taverne. Dabei genoss er die angenehme Gesellschaft einer hübschen jungen Frau. Dies blieb den Augen von Dijarion Patharis zu Tayarand nicht verborgen, und zu später Stunde fragte er die beiden ob sie nicht heiraten wollten.

Ob sich unser eingefleischter Einzelgänger Sauffix nun wirklich so sehr zu Katinka Espenlaub, jene junge Frau, hingezogen fühlte, oder ob ihm nur ein weiterer Scherz im Kopf herumgeht, weiß ich nicht; auf jeden Fall sagte beide spontan „Ja!“ auf die Frage von Dijarion.

Und so wurden jene beiden Menschen noch zu sehr später Stunde nach ravenischen Gesetzen zu Mann und Frau erklärt.

Wie es nun mit diesen beiden weitergeht, darauf darf man wohl gespannt sein, denn sie beide scheinen ihren eigenen Dickschädel zu haben und damit sind Reibereien schon vorhersehbar.

Und mit diesem kleinen erfreulichen Ereignis endet meine Geschichte.

 

 

(c) Dieter Weckfort

Verbreitung erwünscht - natürlich nur mit Hinweis auf den Autor.

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