
Die Erzählungen des Luthreiel Wintermark
erster Priester des Tempels der Drachenklaue zu Identhal:
Dorfgeschehen
Eine Geschichte von Bran dem Helden von Identhal, aufgeschrieben von Luthreiel Wintermark, dem Ersten Priester des Tempels der Drachenklaue zu Identhal.
So lasst mich denn euch etwas über diesen Ort erzählen.
Es war vor langer, langer Zeit, es müssen Jahrhunderte gewesen sein, dass dieser Ort hier bekannt und berühmt im ganzen Land war. Berühmt für seinen mächtigen Tempel, der reiches Wissen in seiner Bibliothek und berühmt für die Freundlichkeit und das große Wissen der Bewohner.
Doch dies alles wurde in nur einer einzigen Nacht vernichtet. Doch hört wie es dazu gekommen sein soll.
Zu jener Zeit wuchs ein junger Mann heran. Er war nicht von vornehmem Geblüt dafür aber sehr edelmütig. Sein Vater und seine Mutter waren einfache Leute, doch da er sehr mutig und tapfer und schön war, ersann die Tochter des Grafen ihn zu ihrer Leibgarde. Nach wenigen Jahren verliebte sich unser Held in die schöne junge Frau und wurde deshalb von ihrem Vater aus den Diensten entlassen. Er zog durch die Lande und bestritt so manch glorreichen Kampf gegen Ungeheuer und böse, gefährliche Wesen der Dunkelheit. Eines Tages erschlug der eine Priesterin der unterirdisch Lebenden, die das Böse verehren. Auf Grunde der noblen Tat die bis zu dem höchsten Paladin des Drachenordens vordrang wurde er in die Ordensburg gerufen und ihm wurde angeboten sich dem Drachen weihen zu lassen. Er willigte ein und wurde einer der besten und treuesten Streiter des Ordens. Er ließ sich daraufhin an den Tempel in seinen Heimatort versetzten und häuft viel Ruhm und Ehre an und wurde nach vielen Jahren dort der neue Obere des Tempels. Er häufte viel Gold und Unmengen an wertvollem Geschmeide durch seine Tapferkeit und die Gläubigen an und so wuchs die Gemeinde seiner Gläubigen und auch der Tempel des Drachens war weithin berühmt. Doch auch die Dunkelheit wuchs, und sie vergisst nie. In einer unermesslichen Grausamkeit vernichteten die Armeen der Dunkelheit alle Priester, Paladine und Anhänger des Tempels. Den Tempel, den ließen sie zerstört als Mahnmal zurück, doch noch immer befinden sich unermessliche Reichtümer in seinem Innern. Denn niemand konnte seine Schatzkammern leeren. Bis heute nicht.
Danach ging es dann schnell bergab mit dem Ort. Ein Großteil der Überlebenden verließ den Ort. Die wenigen die blieben beschäftigten sich lieber mehr mit dem Konsum von alkoholischen Getränken und deren Zubereitung, als mit dem Wiederaufbau des Ortes. So kam es, dass bald keiner im Ort mehr lesen oder schreiben konnte und die Bibliothek verwahrloste und zerfiel. Ich möchte garnicht darüber nachdenken, was für Schätze dieser trostlosen Zeit zum Opfer fielen.
Der Ort erholte sich nie mehr von diesem Vernichtungsschlag der Drows und so wurde der Ort vergessen und schlief jahrhundertelang in Ruhe und Frieden, aber auch der Trostlosigkeit, des Verfalls und Vergessens; Kriege kamen und gingen, doch diesen Ort berührten sie nie. Und so geschah es, dass ich vor über 40 Jahren auf einer meiner Wanderungen über jenen nunmehr namenlosen Ort stolperte. Ich war in einem heftigen Sturm vom Wege abgekommen und hatte mich im Wald verirrt, als ich durch einen Trampelpfad in jenen Ort gelangte.
Der Grund warum ich in diesem Dorf, damals war es dies irgendwie noch, geblieben bin, wäre Anlass zu einer weiteren Geschichte; darum nur soviel und in aller Kürze; ich fand hier meine große Liebe und wurde von ihr aufs schändlichste betrogen und verlassen. Der Ort selber bot mir wenig, außer jener Bibliothek und dem Tempel, die ich hegte und pflegte, soweit ich es konnte, und ein paar guten Freunden. So blieb ich denn in diesem Ort, auch wenn ich mit meinem Talent des Geschichtenerzählens hier nur hin und wieder die wenigen Kinder begeistern konnte. Die Erwachsenen waren für sowas zu ungebildet und lustlos.
Alle Geschichten geschrieben von Dieter Weckfort.
Gern leiten wir Mails an den Autor weiter.